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Geht gar nicht! Die 5 größten Ernährungs- und Sportsünden

Ernährung & Bewegung – Sportliche Tipps von Ernährungscoach Christina Lachkovics-Budschedl

Seit mehr als 15 Jahren arbeite ich erfolgreich im Bereich der Ernährungs- und Bewegungsaufklärung. In dieser Zeit sind mir immer wieder dieselben Kardinalfehler bei meinen Klienten begegnet. Den Abschluss dieser Tipp-Serie widme ich deshalb den 5 größten Ernährungs- und Sportsünden und damit all meinen Klienten, denen ich diese wertvollen Erkenntnisse verdanke.

Das sollten Sie keinesfalls tun:

1. Von 0 auf 100 gehen

Ganz oder gar nicht lautet die Devise vieler, die etwas an Ihrem Lebensstil ändern möchten. Aber genau diese Einstellung behindert die Nachhaltigkeit des veränderten Verhaltens. Kaum jemand schafft es, nie mehr Süßigkeiten zu essen oder sieben Mal die Woche zu trainieren. Die gute Nachricht: Das ist gar nicht notwendig! Es ist besser, Süßes in Maßen in den Menüplan und Bewegung in den Alltag zu integrieren.

2. Am falschen Platz sparen

Das Thema Frühstück ist ein leidiges. Viele halten es für sinnvoll, diese Mahlzeit und damit eine Menge Kalorien einzusparen, um dann während des Tages und am Abend ordentlich essen zu können. Aber: So ist es leider nicht! Wenn Sie das Frühstück (bis 2 Stunden nach dem Aufstehen) auslassen, beginnt der Kreislauf der Fehlernährung: Unterzuckerung, hohe Insulinausschüttung, Heißhunger, Fetteinlagerungen, Gusto, große Abendmahlzeiten, kein Hunger am Morgen und wieder kein Frühstück. So steigt nach und nach der Körperfettanteil.

Das Frühstück einzusparen, bringt nichts. Ganz im Gegenteil!

3. Sich richtig auspowern

Beim Sport wird gerne übertrieben: Es wird zu schnell gelaufen, zu viel Gewicht gehoben und zu oft trainiert. Grundlagen werden gerne übersprungen, denn es muss doch möglich sein, den Körper mit Hilfe der Willenskraft richtig schnell in Form zu bringen. Aber was ist mit der Fitness und der Anregung des Herz-Kreislaufsystems – dem eigentlichen Sinn des Sports? Hand aufs Herz: Was hilft ein Muskelpaket, wenn man beim Stiegensteigen schnauft? Wenn man wirklich übertreibt und ins Übertraining kommt, geht schließlich auch gar nichts mehr. Dann ist man schnell von 100 auf 0 und hat noch dazu 5 Kilo Körpergewicht dazugewonnen.

4. Alles kontrollieren

Frei nach dem Motto: „Vertrauen ist out, Kontrolle ist alles“ steigen viele täglich auf die Waage, zählen Kalorien, schreiben Ernährungstagebuch oder verwenden eine Pulsuhr. Das eigene Körpergefühl wird hingegen nicht mehr wahrgenommen. Dann heißt es: „Egal, ob ich mich super fühle, wenn die Zahl auf der Waage nicht stimmt, bin ich enttäuscht!“ oder: „Ich fühle mich heute richtig toll beim Laufen, aber der Puls ist viel zu hoch – ich muss langsamer laufen!“ Gewichtskontrolle in entsprechenden Abständen oder eine zeitweilige Kontrolle der Herzfrequenz sind ok, aber machen Sie sich nicht abhängig von diesen Messungen! Hören Sie lieber öfter auf das eigene Gefühl!

5. Die Latte zu hoch legen

Es gilt: Liegt die Latte hoch, ist der Fall sehr tief. Möchten Sie die 5 km beim Frauenlauf in einer bestimmten Zeit zurücklegen, dann kann das eine tolle Motivation während des Trainings sein. Ist aber das Ziel so hoch gesteckt, dass es nicht erreicht wird, kann die Enttäuschung die Fortsetzung des Trainings gefährden. Das gilt übrigens auch für die Ernährung: Wenn Sie sich vornehmen, bei einer Geburtstagsfeier abends keinen Schluck Wein zu trinken, aber nach ein paar Stunden doch nachgeben, um anzustoßen, kann das folgenreich sein. Dann heißt es in letzter Konsequenz „Jetzt ist es auch schon egal“. Sie trinken dann nicht nur weiter, sondern beginnen, gleich munter drauf los zu essen.

Hohe Ziele sind gut, unerreichbare bei Sport und Ernährung aber kontraproduktiv!

Die Alternative zum Frust

Mein Tipp: Versuchen Sie mit Freude, Vernunft und einer Portion Motivation in ein gesundes Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu starten. Verzichten Sie auf Überehrgeiz, Verbote und Stress. Ich kann Ihnen versprechen: Es funktioniert! Der Weg ist das Ziel – also machen Sie sich auf einen schönen Weg, der gangbar ist, auch wenn er ein paar kleinere, überwindbare Hindernisse bereithält. Unbeweglichen Felsbrocken können Sie getrost aus dem Weg gehen J

In diesem Sinne einen guten Start in eine bewegte Zeit! Ich freue mich auf Ihre Erfahrungsberichte!

Alles Liebe

Ihre Christina Lachkovics-Budschedl

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie Ernährung & Bewegung. Die von uns eingeladene Ernährungswissenschaftlerin Christina Lachkovics-Budschedl präsentiert anlässlich des Österreichischen Frauenlaufs am 22. Mai 2016 einfache Tipps für den Start in einen bewegten Frühling. Leichte Kost für Ihren Mittagstisch finden Sie übrigens auch auf unserer Webseite!

Weitere Tipps für Sportbegeisterte:

Mag. Christina Lachkovics-Budschedl

Über die Autorin

Sich richtig zu ernähren, ist einfach. Christina Lachkovics-Budschedl hat es sich zur Aufgabe gemacht, das oftmals künstlich verkomplizierte Thema Ernährung wieder zu vereinfachen. Sie ist überzeugt davon: Nicht das Leben muss sich an die Ernährung anpassen, sondern umgekehrt. Mit viel Verständnis, Erfahrung und Gefühl bringt Christina Lachkovics-Budschedl Menschen wieder auf den richtigen Kurs.

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