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Slow, Hybrid & Paleo: Food Trends unter die Lupe genommen

 

Food Trends sind mittlerweile fast so vielfältig wie Modetrends. Dabei den Durchblick zu behalten, ist gar nicht so einfach. Wir haben deshalb drei aktuelle Trends genauer unter die Lupe genommen, die derzeit in aller Munde sind.

Mehr als nur „slow down“

„Buono, pulito e guisto“ – also: gut, sauber und fair – lautet die Losung der Slow-Food-Bewegung, die 2006 vom italienischen Publizisten Carlo Petrini ins Leben gerufen wurde. Ein Ernährungsstil mit höchsten Ansprüchen also. Es geht schließlich nicht nur – wie der Name fälschlicherweise vermitteln könnte – um den genussvollen, bewussten Verzehr von Lebensmitteln, sondern auch darum, gutes Essen möglichst regional, umweltschonend und allgemein verfügbar herzustellen. Welche Qualitätsansprüche konkret zu erfüllen sind, verrät ein Blick ins Manifest des Slow-Food-Vereins, der sich die Bezeichnung Slow Food übrigens auch markenrechtlich hat schützen lassen.

Mittlerweile zählt die Bewegung mehr als 100.000 Mitglieder in über 150 Staaten. Für sie bedeutet Slow Food nicht nur eine „prinzipientreue“ Ernährung, sondern auch Einsatz für Nachhaltigkeit, Biodiversität und faire Produktionsbedingungen: eine persönliche Revolution also, die weit über Diäten und Ernährungsumstellungen hinausgeht.

Schon mal Cronuts probiert?

Wenn ja, dann haben Sie schon Bekanntschaft mit Hybrid Food gemacht – dem Trend, der verschiedene Küchenkulturen zusammenführt. Der Cronut – also die Mischung aus Croissant und Donut – ist wohl das bekannteste Ergebnis einer solchen Fusion. Der kulinarischen Kreativität sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt: Ob Cragel, Bruffins oder Burger aus (japanischen) Nudeln: Entscheidend für den Erfolg einer Hybrid-Food-Kreation sind vor allem der Geschmack – und die Resonanz in den sozialen Medien. Denn die Erfinder der neuen Speisen nutzen mit Vorliebe das Internet zur Vermarktung ihrer Ideen. Dem Bruffin soll sogar ein eigener Medienberater zu virtueller Breitenwirksamkeit verholfen haben. Die Chancen stehen deshalb gut, dass sie auf Facebook, Twitter und Instagram schon heute über den Hybrid-Food-Trend von morgen stolpern.

Wir von Gourmet haben bei der Entwicklung eines neuen Gerichts für Kinder auch eine Fusion gewagt. Das Team hat zwei der Lieblingsspeisen der Kindern vereint – nämlich Nudeln und Pizza - und unsere Pizza-Nudeln kreiert. Dafür nehmen wir Spaghettinudeln, Paradeiser, Mais, Champignions, Putenschinken und Oregano und überbacken diese Zutaten mit Käse. Die Kinder lieben sie, unsere Pizza-Nudeln. „Besser geht es nicht!“, „Ich glaube, dass das mein zweites Lieblingsgericht wird.“ „Ich mag Pizza, ich mag Nudeln und das auch.“ oder „Yam yam“ waren nur einige der vielen begeisterten Reaktionen unserer jungen Testesser. Probieren Sie doch mal zu Hause Ihre ganz eigenen Kreationen aus, wenn Sie am Wochenende Zeit zum Kochen mit Ihren Kindern haben. Denn wir finden, dass beim Kochen der Fantasie keine Grenzen gesetzt werden sollten.

Essen aus der Altsteinzeit

Paleo (oder Paläo) steht für Paläolithikum. Und genau an dieser Zeit orientiert sich der dritte Food Trend, den wir Ihnen vorstellen möchten: die sogenannte Steinzeiternährung. Sie setzt sich nämlich aus Nahrungsmitteln zusammen, von denen angenommen werden kann, dass sie bereits in der Altsteinzeit für uns Menschen verfügbar waren. Das sind vor allem Fleisch (bzw. Wild), Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Gemüse, Obst, verschiedene Kräuter und Pilze sowie Nüsse und Honig. Da unsere Vorfahren im Paläolithikum noch nicht sesshaft waren, sind Milch und Milchprodukte, aber auch Hülsenfrüchte, Getreide und daraus Gebackenes zu vermeiden. Gleiches gilt natürlich auch für industriell Verarbeitetes wie Zucker, Alkohol oder Fertigprodukte. Strittig ist, ob bzw. welche aus Pflanzen gewonnenen Öle im Rahmen der Paläo-Ernährung genossen werden sollen und dürfen. Eindeutig ist die Sache hingegen bei der Getränkewahl: Hier werden ausschließlich Wasser und (Kräuter-)Tee empfohlen.

Paleo bedeutet das zu essen, was es (angeblich) schon in der Altsteinzeit gab.

Die Umstellung auf Steinzeiternährung ist deshalb ein einschneidender Schritt. Da vor allem Gesundheit und Fitness ins Treffen geführt werden, handelt es sich auch nicht um eine Diät im herkömmlichen Sinne. Für Paläo-Fans ist unsere heutige Ernährung schlichtweg „nicht-artgerecht“ und die vermutete Ursache für eine Reihe von Zivilisationskrankheiten. Ganz unumstritten sind diese Thesen allerdings nicht: Die Wirkung der Steinzeiternährung gilt bislang als wenig erforscht.

Unser Tipp: Genießen Sie die Vielfalt

Ganz egal, welche Food Trends Sie persönlich verfolgen, wesentlich ist doch die Freude an Genuss und Vielfalt. Also probieren Sie einfach mal was Neues. Wir freuen uns jedenfalls, wenn Sie uns daran teilhaben lassen!

Quellen:

Erfahren Sie mehr über Slow Food in Österreich

Hybrid-Food: Interessante Backkreuzungen aus New York Paleo

Was bringt die Steinzeiternährung?

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Mag. Claudia Ertl-Huemer

Über die Autorin

Claudia Ertl-Huemer kennt ihren Geschäftsbereich wie ihre Westentasche. Kein Wunder, ist sie doch schon seit 1997 in den unterschiedlichsten Positionen für Kindergärten, Schulen und Senioren tätig. Dass sie nach wie vor mit Leidenschaft bei der Sache ist, macht sie aus – neben ihrer Erfahrung und ihrem Gespür. All das setzt sie mit Erfolg als Geschäftsfeldleiterin ein.

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