Typisch Österreich Teil 5: Die Steiermark

Was essen denn die Steirer? Das wollen wir in diesem Post erforschen und machen uns auf die Suche. Als erstes fällt uns da das berühmte steirische Kürbiskernöl ein. Das ist wirklich etwas Gutes! Es verfeinert diverse Salate (unser Favorit: Erdäpfelsalat) und Suppen und so manch ein Liebhaber isst es sogar zum Vanilleeis. Ob man das mag, darüber lässt sich allerdings streiten.

Wilde Namen für herzhafte Gerichte

Aber lassen wir das berühmte Öl mal beiseite, denn in der Steiermark gibt es noch ganz andere regionale Spezialitäten. Der Sterz, beispielsweise der Heidensterz, gehört nämlich auch auf den typisch steirischen Speiseplan. Der Name klingt auf den ersten Blick vielleicht etwas eigenwillig und wild. Der Heidensterz wird aus Heidenmehl gemacht, was ein anderer Name für Buchweizenmehl ist. Dieses wird gebraten und gekocht, aufgerissen und mit Speck und Grammeln verfeinert und dann auf den Teller gestürzt. Damit hätten wir dann auch den zweiten Teil der Wortherkunft.

Genauso wild klingt das „Verhackertes“. Aber auch hier handelt es sich nicht um eine mittelalterliche Foltermethode, sondern vielmehr um einen Brotaufstrich aus fein gehackten Speck, der gerne in steirischen Buschenschanken serviert wird. Und der ist ganz und gar keine Folter. Für die aller meisten zumindest. 

Auf schwarzem Holz steht eine Käseplatte. Daneben befinden sich ein Glas Rotwein und Weintrauben
Foto: Twin-Design/shutterstock.com

Alles Käse

Nicht aus der Steiermark wegzudenken ist auch der Steirerkäse. Den gibt es in verschiedenen Ausführungen. Doch zwei Sorten haben es sogar in das Register für traditionelle Lebensmittel geschafft: Der Ennstaler Käse aus dem Ennstal und der Murtaler Käse aus dem – Überraschung – Murtal. Hinter ihnen steckt eine lange Tradition. Der Ennstaler Käs wird schon seit dem Mittelalter von Bauernhöfen auf den Almen hergestellt und war damals unter den Steirern sehr beliebt. Als Bröselkäse hält er sich auch besonders lange und hat die Knechte und Bauern in harten Wintern versorgt. Der Murtaler Steirerkäs ist hingegen ein Kochkäse. Er ist weich und nicht bröselig und wird als der „Sommerkäse“ bezeichnet, da man ihn nur im Sommer auf den Almhütten genießen kann.

Wenn man also durch die Steiermark wandert, dann sollte man nicht nur die Landschaft genießen, sondern auch Verhackertes und Steirerkäse im nächsten Buschenschank – und vielleicht dazu ein paar Schlückchen des bekannten steirischen Weins. 

Holztisch mit Brot, diversen Essen und Wein vor einer unscharfen Bergkulisse
Foto: axle71/shutterstock.com

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Quellen:

BMLFUW: Ennstaler Käse
BMLFUW: Murtaler Käse
Regionale Rezepte
Wiki: Steiermark

Titelbild: DeepGreen/shutterstock.com

Martina Baumeister MSc

Über die Autorin

Sie ist der Dreh- und Angelpunkt jeder Kommunikationsaktivität von Gourmet. Dass ihre Leidenschaft fürs Backen und fürs Gärtnern mit ihrer Berufung als Unternehmenssprecherin von Gourmet eine fantastische Melange ergeben, ist unschwer an der Begeisterung zu erkennen, mit der sie ihre Aufgaben bewältigt.

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