Wie Ernährung das Klima beeinflusst und ihr in 6 Schritten das Klima schont

Man vergisst es gerne, aber auch die Ernährung hat einen Einfluss auf das Klima. Sogar einen relativ großen: ¼ unseres ökologischen Fußabdrucks geht auf unsere Ernährung zurück.

Wie kann das sein? Die Antwort liegt in der Herkunft und der Verarbeitung der einzelnen Lebensmittel. Denn bis wir eine Mahlzeit auf dem Teller liegen haben, passiert eine ganze Menge. 

Grafik zur Entstehung von Treibhausgasen

Und das ist noch nicht alles: Unterschiedliche Lebensmittel belasten das Klima auch unterschiedlich stark. Tierische Produkte haben einen viel größeren Einfluss auf das Klima, als pflanzliche. Allen voran dabei das Rind: 1kg Rindfleisch verursacht 19,1kg CO2. Das entspricht einer 13 Watt-Birne die über 61 Tage kontinuierlich brennt. Und würdet ihr 2 Monate das Licht brennen lassen?

Grafik über CO2-Ausstoß der einzelnen Lebensmittel vom Rind bis Gemüse.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Wir können schon mit kleinen Veränderungen richtig viel für den Klimaschutz tun.

1. Schritt: Regionale und saisonale Produkte kaufen

Mag sein, dass die Ananas aus Peru gut schmeckt, aber habt ihr schon mal einen frischen Apfel aus der Steiermark probiert? Saisonales und regionales Essen spart eine Menge CO2 ein. Denn es wird Energie für Glashäuser und Transportwege gespart. Und zusätzlich unterstützt man die heimischen Bauern. Was gerade in Saison ist, könnt ihr auch im Saisonkalender nachschlagen.

2. Schritt: Weniger Fleisch essen

Die Erzeugung von Fleisch kostet wesentlich mehr Energie, als die von Gemüse. Wenn man also nur noch 1-2 Mal die Woche Fleisch isst, kann man schon richtig viel CO2 einsparen. Wie wäre es denn mit vegetarischer Paella? Oder Gemüsegulasch? Die Palette fleischloser Gerichte ist fast unendlich. Und man muss ja auch nicht komplett auf Fleisch verzichten. Die Flexitarier machen es vor.

BIO-Ofengemüse mit Dip

3. Schritt: Überlegen – Brauche ich das unbedingt?

Täglich werden kostbare Lebensmitteln weggeworfen. Das ist nicht nur schädlich fürs Klima, sondern auch vermeidbar. Als Privatperson kann man sich zum Beispiel vor dem Einkaufen überlegen, was man in den nächsten Tage kochen will und welche Produkte man wirklich braucht. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern eindeutig auch das Haushaltsbudget. Vielleicht ist folgendes Gedankenspiel eine Motivation: Stellt euch vor, ihr würdet anstatt der Lebensmittel einen 5-Euro Schein in den Müll werfen. Würdet ihr es dann auch so leichtfertig tun?

4. Schritt: So oft wie möglich Bio kaufen

Natürlich ist Bio meist ein wenig teurer. Dafür sind die Packungsgrößen oftmals kleiner. Das kann ein Vorteil sein, denn manchmal sind die Abgabemengen im Supermarkt einfach viel zu groß für einen normalen Haushalt. Kauft man dann lieber die kleinere Bio-Packung, wird man eher alles aufbrauchen. Außerdem sind Bio-Produkte aus vielen Gründen umweltschonender, beispielsweise, weil in ihrer Herstellung keine chemischen Pestizide eingesetzt werden. Eine eindeutige Win-Win-Situation. 

Korb mit lilafarbenen Gemüse, wie Auberginen und roten Zwiebeln

5. Schritt: Auf Gütesiegel achten

Der Schilderwald der verschiedenen Siegel kann manchmal schon ganz schön überfordernd sein. Und dennoch wurden sie nicht aus Jux und Tollerei ins Leben gerufen. Bei Fisch zum Beispiel kann man auf die MSC- und ASC-Zertifizierung achten.

6. Schritt: Das Auto stehen lassen

Klar, niemand schleppt seine Einkäufe gerne. Sonderlich klimaschonend ist es jedoch nicht, wenn man mit dem Auto zum Supermarkt fährt. Kombiniert doch lieber die tägliche Bewegung mit dem Einkauf und geht dann besser mehrmals die Woche kleinere Mengen einkaufen (die man locker tragen kann), anstatt einmal die Woche einen Großeinkauf zu machen. Vielleicht gibt es auch noch einen Supermarkt, der näherliegt? Wenn dieser ein wenig teurer ist, dann rechnet es doch mal durch, ob ihr wirklich was spart, wenn ihr sonst den Weg hin und zurück mit dem Auto fahrt. Eine tolle Alternative ist außerdem auch das Fahrrad: in einem Fahrradkorb kann man kostenfrei, klimaschonend und bequem die Einkäufe nach Hause fahren.

Am Anfang klingt das alles vielleicht ganz schön anstrengend. Gut, dass es unsere Klimaschutzwochen in den Unternehmen gibt! Die Speisen aus unserer Klimaschutz-Serie sind nämlich nachhaltig und klimafreundlich. So kann man ganz ohne Aufwand und schlechtem Gewissen sein Mittagessen am Arbeitsplatz genießen.

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie zum Schwerpunkt „Ernährung & Klima“. In einer mehrjährigen Kooperation setzen sich Gourmet und die Umwelt- und Naturschutzorganisation WWF für eine klimafreundliche Ernährung ein. Begleitend dazu servieren wir hier regelmäßig Informationen und Tipps, wie wir gemeinsam das Klima und die Umwelt schützen können.

Mag. Claudia Horacek

Über die Autorin

Essen am Arbeitsplatz – ein Thema, das für Claudia Horacek nicht nur Job, sondern Berufung ist. Nur wer sich richtig und gesund ernährt, kann im Beruf dauerhaft seine Leistung bringen. Dass dabei der Genuss nicht auf der Strecke bleiben darf, ist für die Ernährungswissenschaftlerin selbstverständlich.

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