Wurzel, Blüte, Blatt – wir müssen nichts verschwenden!

Wurzel, Blüte, Blatt – wir müssen nichts verschwenden!
Wir ziehen eine wunderschöne Karotte frisch aus der Erde. Jetzt noch waschen und mit einer kräftigen Drehung die schönen, grünen Blätter entfernen. Und schon knabbern wir die orangefarbene Wurzel mit großem Genuss ganz frisch aus dem Beet. Doch Moment! Stopp! Die Blätter sehen so schön knackig aus! Vielleicht müssen die gar nicht auf den Komposthaufen…

Die Blätter, nur etwas für Kaninchen?
Nein, auf keinen Fall! Überlegt einmal, fällt euch ein Blattgemüse ein, dass wir in Österreich gerne essen?  Ja, genau, zum Beispiel der Blattspinat. Auch Mangold, alle Salate, Petersilie oder Schnittlauch sind Blätter, die wir essen. Und jetzt kommt der Geheimtipp! Ihr könnt auch die frischen Blätter von Karotten, Radieschen, Roten Rüben oder Kohlrabi essen. Sie schmecken toll, einfach klein schneiden und zu Salat, Aufstrich, Pesto oder Gemüseeintopf mischen.

Die Wurzel – der Strohhalm der Pflanzen
Über die Wurzel holt sich eine Pflanze gemeinsam mit dem Wasser wichtige Nährstoffe aus der Erde, um gut wachsen zu können. Sie ist deshalb auch das erste, was bei einem Samen, den wir in die Erde stecken, als erstes zu wachsen beginnt. Die Wurzeln geben der Pflanze auch wichtigen Halt, damit sie nicht vom nächsten Sturm davon getragen wird. Die Wurzel von manchen Pflanzen kann aber auch viele gute Nährstoffe speichern und deshalb schmeckt sie nicht nur toll, sondern ist auch noch gut für unsere Gesundheit. Karotten, Radieschen und Rote Rübe kennt ihr doch sicher! Das sind alles Wurzeln, die wir uns gerne schmecken lassen!

Essbare Blüten aus dem Garten
Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Rosen, Lavendel und viele andere Blüten aus dem Garten schmecken wirklich köstlich. Auch die Blüten von Zucchinis kann man essen, allerdings bekommt ihr dann keine Zucchini mehr, weil ja die Frucht nach der Bestäubung durch Bienen und andere Insekten, aus der Blüte entsteht. Wenn ihr euch die Blüte schmecken lasst, klappt das natürlich nicht mehr. Also am besten nur die Blüten von den Pflanzen essen, die keine tollen Früchte liefern. Viele Wiesenblumen zählen auch dazu, zum Beispiel Gänseblümchen oder Löwenzahn.  Aber Achtung: Nur essen, was ihr wirklich eindeutig kennt, denn manche Pflanzen können auch giftig sein. Gemeinsam mit den großen Gartenprofis klappt das aber sicher! Und noch ein wichtiger Tipp: Blumen aus der Blumenhandlung werden gerne mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, damit sie besonders schön sind. Dadurch sind sie aber nicht mehr zum Verzehr geeignet.

Wir können also von vielen Pflanzen alle Teile essen. Die Blüten, die Blätter oder auch die Wurzeln. Es gibt ein paar Ausnahmen, das sind die Nachtschattengewächse wie Tomaten (Paradeiser), Kartoffeln (Erdäpfel) oder Paprika. Hier sind nur die Früchte genießbar.

Rezept für unser „Nichts verschwenden!“-Blattgrün-Pesto

Zutaten
eine Handvoll frische Blätter von Karotten, Radieschen oder Kohlrabi
1 Knoblauchzehe
150 ml Olivenöl
30 g Walnüsse oder Haselnüsse
½ Teelöffel Salz

Die Blätter abzupfen, waschen und gut abtrocknen. Danach etwas klein hacken oder zupfen und gemeinsam mit den anderen Zutaten mixen, bis eine cremige Masse entsteht. Mit Nudeln oder auf einem Brot schmecken lassen!

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DI Wolfgang Palme

Über den Autor

Wolfgang Palme ist Abteilungsleiter für Gemüsebau an der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt Schönbrunn und als solcher begeisterter und innovativer Gemüse-Gärtner. Seit 2012 betreibt er zusätzlich mit einem innovativen Team die City Farm, wo Kinder und Erwachsene in spannenden Workshops ganzjährig gärtnern und lernen können, wie und wo unser Gemüse wächst.

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