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Ohne Kaffee? Ohne mich!

Kaffee wird von allen Muntermachern nach wie vor am liebsten getrunken. Wir lieben Duft und Geschmack, er hält uns wach und die vielen unterschiedlichen Kaffeekreationen sorgen für Abwechslung im Alltag. Viele können sich ein Leben ohne Kaffee überhaupt nicht vorstellen.

Um das Heißgetränk Nummer 1 ranken sich aber auch viele Mythen: Kaffee wirkt nicht gegen Müdigkeit, ist gesundheitsschädlich, macht süchtig oder entzieht dem Körper Wasser, meinen die einen. Die anderen sprechen von leistungssteigernder Wirkung. Einige munkeln sogar, er mache schön. Wir haben uns einige der hartnäckigsten Gerüchte näher angesehen und klären auf, was stimmt. Außerdem lesen Sie in diesem Artikel worauf man beim Kaffeegenuss am Arbeitsplatz unbedingt achten sollte.

Nur zwei Länder schlagen uns beim Kaffeekonsum

Wir Österreicher gehen durchschnittlich 2,9 Mal täglich zur Kaffeemaschine. Mit einem pro Kopf Jahresverbrauch von 8,3 Kilogramm liegen wir im absoluten europäischen Spitzenfeld: Der Schnitt liegt bei 4,9 Kilogramm. Nur die Finnen und die Norweger sind uns in Sachen Kaffeeverbrauch voraus. Außerdem heißt’s hierzulande: Früh übt sich, wer ein Kaffee-Liebhaber werden will. Dem Kaffeereport 2015 zufolge sehen die Menschen Kaffeegenuss bei Jugendlichen sehr entspannt. Die Mehrheit der heimischen Bevölkerung ist der Meinung, dass 12- bis 15-Jährige ohne weiteres schon Kaffee trinken dürfen.

Nützt oder schadet Kaffee?

Wenn Kaffee so beliebt ist, kann er doch gar nicht gesundheitsschädlich sein, oder doch? Feststeht: Zu unserem liebsten Heißgetränk werden jährlich hunderte Studien erstellen. Sie belegen, dass an den meisten Gerüchten nicht viel dran ist.

Kein Wunder, denn das „schwarze Gold“ verfügt über 1.000 verschiedene Inhaltsstoffe. Der Hauptbestandteil ist Koffein – das Element, dem die größte Wirkung nachgesagt wird. Dass Kaffee nicht leistungsfördernd und anregend wirkt, stimmt jedenfalls nicht. Man darf sich vom Kaffeetrinken keine zu großen Sprünge erwarten, aber Koffein wirkt vielen Studien zufolge jedenfalls stimulierend auf Gehirn und Körper. Es spricht also nichts dagegen, wenn man im Leistungstief nach dem Mittagessen eine Tasse Kaffee trinkt. Und wer weiß: Vielleicht verhilft einem das Lieblingsheißgetränk sogar zu mehr Schönheit? Dazu gibt es übrigens keine glaubwürdigen Studien. Und Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters.

In Maßen genossen, ist Kaffee für gesunde erwachsene Menschen keinesfalls schädlich.

Kaffee am Arbeitsplatz ist nicht nur leistungssteigernd, sondern wirkt sich auch positiv auf die Gesamtproduktivität des Unternehmens aus.

Ein besonders hartnäckiges Gerücht besagt zwar, dass Kaffee das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, doch dem ist nicht so. Genauso falsch ist der Mythos, Kaffee würde Bluthochdruck verursachen. Normaler Kaffeekonsum von 2-5 Tassen pro Tag hat kaum langfristigen Einfluss auf den Blutdruck. Bei Menschen, die selten Kaffee trinken, kann eine Tasse zwar kurzzeitig den Blutdruck erhöhen, der Effekt lässt aber nach kurzer Zeit nach.

Auch alle, die meinen, sie seien koffeinsüchtig, können wir entwarnen: Regelmäßiger Kaffeegenuss ist eine Angewohnheit, aber kann nicht zur körperlichen Abhängigkeit führen. Dem körpereigenen Wasserhaushalt schadet Kaffee übrigens auch nicht. Im Gegenteil: Kaffee kann sogar zur Flüssigkeitszufuhr beitragen.

So beeinflusst Kaffee die Gesamtproduktivität in Unternehmen

Die Tasse Kaffee am Arbeitsplatz erfüllt wichtige Funktionen. Schon eine Unterbrechung der Arbeit kann für neue Energie sorgen. Noch besser wirkt Kaffee aber, wenn man ihn mit Kollegen genießt. Eine kurze gemeinsame Pause hat viele positive Aspekte. Sie gibt uns die Chance, kurz aus dem Alltag auszusteigen, soziale Kontakt zu pflegen und mit Stress besser umzugehen. Die Tasse Kaffee wirkt nicht nur persönlich leistungssteigernd, sie wirkt sich Studien zufolge sogar positiv auf die Gesamtproduktivität des Unternehmens aus.

Tabuzone Schreibtisch

Einige wenige negative Effekte hat Kaffee dennoch: Er kann einen fahlen Geschmack im Mund hinterlassen, der auch vom Gegenüber wahrgenommen wird. Um Kollegen und Kunden nach der Kaffeepause wieder frisch entgegenzutreten, hilft schon ein Glas Wasser, das die entstandene Säure neutralisiert. Kaugummi hat eine ähnliche Wirkung: Er regt die Speichbildung an und senkt den Säuregehalt.

Am besten trinkt sich Kaffee abseits des eigentlichen Arbeitsplatzes. Das ist nicht nur geselliger, sondern auch gesünder. Und Schreibtisch, Tastatur & Co. werden es Ihnen ebenfalls danken!

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Quellen:

Der österreichische Kaffeemarkt im internationalen Vergleich
Kaffee in Zahlen
Coffee and non communicable diseases
Coffee and body performance
Coffee in the workplace

Mag. Claudia Horacek

Über die Autorin

Essen am Arbeitsplatz – ein Thema, das für Claudia Horacek nicht nur Job, sondern Berufung ist. Nur wer sich richtig und gesund ernährt, kann im Beruf dauerhaft seine Leistung bringen. Dass dabei der Genuss nicht auf der Strecke bleiben darf, ist für die Ernährungswissenschaftlerin selbstverständlich.

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