Samen – Der Schatz der Gärtnereien

Wer kennt die Neckarkönigin, die Dicke Lydia und Kapitän Weddington? Wer hat schon vom Riesen von Aspern oder dem Blonden Herkules gehört? Wer weiß, wie man zu einem Ochsenherz oder Erdgold kommt?

Nein, wir sprechen nicht von Märchenfiguren, sondern von Gemüseraritäten. Die Samen dieser Gewächse werden wie ein Schatz gehütet, denn ohne sie würden diese Pflanzen aussterben und es gäbe sie bald nicht mehr.
Deswegen sammeln Gemüsebauern schon seit Jahrhunderten jedes Jahr Samen von ihren schönsten und kräftigsten Pflanzen, um ihre Lieblinge auch im Folgejahr wieder anbauen zu können.  

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Zukunft säen

Um unsere Gemüsevielfalt auch für die Zukunft zu bewahren, gibt es in einigen Ländern riesengroße Samenbanken, in denen Samen (auch Saatgut genannt) unter optimalen Bedingungen gelagert und gehütet werden. Eine dieser Samenbanken liegt auf der Insel Spitzbergen, im Arktischen Ozean, ganz in der Nähe des Nordpols - dort sind die Samen auf natürliche Weise tiefgekühlt.

Unter der Lupe betrachtet

Grundsätzlich haben Samen immer den gleichen Aufbau, obwohl sie in Form, Größe und Farbe sehr unterschiedlich sein können. Egal ob winzige Karottensamen oder die riesigen Samen der Kokosnuss, egal ob einfärbig, gepunktet, runzlig, glatt, eckig oder länglich. In einem Samen ist alles enthalten, was eine Pflanze für die Keimung und die erste Zeit danach braucht.

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Voller Lebenslust

Lasst euch nicht täuschen von der äußeren Keimruhe. Es braucht die optimalen Bedingungen von Feuchtigkeit, Temperatur und Licht, damit eine Keimung passiert. Währenddessen wachsen die Wurzeln nach unten in die Erde, und der grüne Spross nach oben ans Sonnenlicht.

Der ewige Kreislauf

Nach dem Keimen des Samens wachsen die Pflanzen heran, sie blühen, werden bestäubt und setzen Früchte an. Ihre Früchte wachsen und reifen - und mit ihnen die Samen in ihrem Inneren. Und irgendwann landen diese Samen wieder in der Erde und der Kreislauf beginnt von neuem.

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Basteltipp: Samenkugeln

Material:

  • Saatgut von diversen Sommerblumen
  • 1 Teil Tonpulver
  • 2 Teile Komposterde oder Gartenerde-Kompost-Mischung
  • Bei Erden mit hohem Torfanteil mehr Tonmehl verwenden
  • Wenig Wasser

Erde und Tonmehl gut mischen, mit kleiner Gießkanne vorsichtig befeuchten, bis die Mischung gut knetbar ist.
Flaches Laibchen formen, in die Mitte eine Prise (was man mit 2 Fingern fassen kann) Samen hineingeben, und wie einen Marillenknödel zur Kugel formen.
Trocknen lassen und in Papier verpacken, oder gleich wohin werfen, wo es grünen und blühen soll.
Wenn es regnet, keimen die Samen und haben durch den Kompost einen Start-Dünger.

 

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DI Wolfgang Palme

Über den Autor

Wolfgang Palme ist Abteilungsleiter für Gemüsebau an der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt Schönbrunn und als solcher begeisterter und innovativer Gemüse-Gärtner. Seit 2012 betreibt er zusätzlich mit einem innovativen Team die City Farm, wo Kinder und Erwachsene in spannenden Workshops ganzjährig gärtnern und lernen können, wie und wo unser Gemüse wächst.

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